Konservierungswachs zum Schutz von historischen Lackoberflächen


Here you find english instructions to formulate the conservation wax (- use and apply at your own risk! -):

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Zubereitungsanleitung 

-  vor der Bearbeitung historischer Lackflächen bitte immer zuerst Verträglichkeit testen! , Zubereitung und Anwendung auf eigene Gefahr -

Die "Zutaten", - Sie brauchen:

(Bezugsquellen s. beigefügte Links)

 

Tecero Wachs 30222  (Eigenschaften und technische Hinweise zu diesem mikrokristallinen Wachs  s. Link, - der Lieferant verschickt auch in die USA)

Shellsol T  (Eigenschaften und technische Hinweise zu diesem Lösemittel s. Link,  - in den USA
wird ein vergleichbares Lösemittel unter der Bezeichnung Shellsol D 60 vertrieben)

 

einen hitzefesten Behälter mit fest und dicht schliessendem Deckel (- gut bewährt haben sich hier so genannte Sturzgläser. Gläser der Grösse 330ml oder 440ml  kann man gut zum Schmelzen, Rühren und Mischen im Wasserbad verwenden, die Grösse 230ml mit flacherer Form eignet sich gut zum Aufbewahren und Handhaben der fertigen Mischung).

einen alten Kochtopf mit Wasser

eine elektrische Kochplatte oder einen Elektroherd.       Achtung! : Gasherde sind NICHT geeignet, denn eine offene Flamme ist zu gefährlich in diesem Zusammenhang!

 

Die Herstellung der Wachsmischung (Anwendung auf eigene Gefahr!):

-       Das Mischungsverhältnis zwischen Wachs und Lösemittel  können Sie mit einem kleinen Becher abmessen. In das Marmeladenglas füllen Sie etwa 2 Raumteile Wachs und 5 Raumteile Lösemittel (für einen festere Konsistenz können Sie die Wachsmenge auch auf 3 Teile zu 5 Teilen Lösemittel erhöhen).

-       Dann schrauben Sie das Glas fest zu.

-       In den Kochtopf füllen Sie so viel Wasser, dass das Glas gut im Wasserbad stehen kann (praktisch ist, wenn das Wasser bis etwa auf 2/3 der Glashöhe reicht).

-       Dann kommt das fest verschlossene Glas in den mit Wasser gefüllten Topf ("Wasserbad") und das Ganze auf den Herd.

-       die Platte anschalten und das Wasser zum kochen bringen.

-       Es dauert eine gewisse Zeit im köchelnden Wasserbad, dann verbinden sich das milchig-weisse Wachs und das klare  Lösemittel zu einer gleichmässigen, klaren Flüssigkeit. Ist alles klar gelöst, das Glas etwa 2-3x vorsichtig auf den Kopf drehen/schütteln (hierbei haben sich alte dicke Topflappen oder ähnliches  bewährt, denn das Ganze ist ja heiss...). WICHTIG ist dabei, dass der Deckel fest geschlossen ist, sonst verdunstet das Lösemittel oder der heisse inhalt läuft beim schütteln aus! Auf jeden Fall sollten Sie auch gut lüften währen der ganzen Prozedur.

-       bitte  das Glas NIE direkt auf die Herdplatte stellen oder ähnliches,  sonst wird das Ganze zu heiss, das Glas kann platzen und das Lösemittel kann sich entzünden!!!!!!

-       Wenn alles einheitlich verschmolzen ist, können Sie den Herd abstellen und das Glas aus dem Wasserbad nehmen. Der Inhalt stockt  beim abkühlen zu einer gleichmässigen, weisslichen Creme . Es ist günstig,  die noch flüssige Wachsmischung vorher in einen relativ flachen Behälter mit dichtem Deckel umzufüllen, damit man es mit einem Lappen gut herausnehmen kann (- hier kann man gut kleinere, flacher Sturzgläser einsetzen, s. o.).

 

Auftragen der Wachspaste (Anwendung auf eigene Gefahr! - bitte unbedingt Vorversuche an verdeckter Stelle machen, sollten sich dabei Veränderungen oder Ablösungen zeigen, bitte Bearbeitung abbrechen und  Beratung einholen!)

-       vor dem Wachsauftrag würde ich die Lackoberflächen reinigen (bitte Vorversuche machen!), dazu eignet sich ein Neutralreiniger und Wasser (es gibt z. B. einen Haushalts-Neutralreiniger der sich gut eignet; - normalerweise bekommt man den im Supermarkt)

  Bei wasserempfindlichen oder deutlich angegriffenen Oberflächen hat sich in vielen Fällen auch das vorsichtige Abreiben / Reinigen mit Petroleum bewährt, um weiteren Wassereintrag und Korrosion zu vermeiden (aber auch hier: bitte unbedingt Vorversuche machen!).

-      bei wässriger Reinigung: einen Schuss Neutralreiniger in Wasser geben und mit dieser Mischung und einem            feinen Tuch die Oberfläche vorsichtig abwischen (z. B. einem weichen Mikrofasertuch), ...

Befinden sich empfindliche Bereiche in der Oberfläche (etwa beginnende Ablösungen der Beschichtung) sollten  im Vorfeld unbedingt professionelle Beratung eingeholt werden und eine spezielle Konsolidierung dieser Bereiche erfolgen.

Bei rauhen Oberflächen bitte KEINE Frottee-artigen Mikrofaser-Tücher verwenden, da die Schlingen sich leicht verhaken und Partikel abreissen können. Hier ist besonders sensibles Vorgehen wichtig, wenn eine beschädigungsfreie Reinigung erreicht werden soll.

-     bei wässriger Reinigung  die Flächen mit feuchtem sauberne Tuch und sauberem Wasser nachreinigenund vorsichtig abtrocknen. Es ist wichtig die Karosserie anschliessend  einen Tag durchtrocknen zu lassen, damit das Wasser auch aus  Poren oder feinen Rissen verdunstet ist. Das gilt auch bei einer Verwendung von Petroleum.

-       Die abgekühlte Wachsmischung stockt bei Zimmertemperatur  zu einer cremig-weissen Masse. Diese kann man  nun mit einem fusselfreien, glatten Tuch dünn auf der Oberflche verteilen und nach kurzem Ablüften mit einem sauberen weichen Tuch polieren (- funktoniert in etwa so wie Schuhe putzen).  Bitte prüfen Sie die Reaktion des Lackes auf jeden Fall vor einer flächigen Behandlung  vorsichtig an mehreren kleinen Stellen! – man weiss nie was für Überraschungen  ein gealterter Lack in petto hat ... bis jetzt gab es jedoch noch keine Probleme.

-       Mit diesem Wachs kann man matte Stellen der Oberfläche bis zu einem gewissen Grad ausgleichen und Regen perlt nun gut ab. Wenn die „Verschleiss-Schicht“ nachlässt (das Wachs wittert mit der Zeit ab, wie bei Schuhcreme), können Sie die Prozedur einfach wiederholen. Deses Wachs erreicht jedoch nicht den "Glas-Hochglanz" von Produkten aus der Fahrzeugaufbereitung (- die  bei ehrlich gealterten Lackoberflächen aber  sowieso meist kein stimmiges, nachhaltiges Erscheinungsbild ergeben und häufig sogar sehr aggressiv auf diese Materialien wirken!).

 

Aber Vorsicht:

         Bei besonderes hoher Belastung wie etwa direkter Sonnenbestrahlung kurz nach einem Regenguss kann es trotz Wachsauftrag zu Verfärbungen in bereits geschwächten historischen Lackierung kommen. Die kugeligen Wassertropfen auf der Oberfläche können dann wie kleine "Brenngläser"  wirken und so die punktuelle UV-Einwirkung exponentiell erhöhen.

         Auch der Einfluss von aggressiven Lösemitteln wie sie beispielsweise in Glasreinigern enthalten sind,  von Chemikalien wie Bremsflüssigkeit und Frostschutzmittel oder auch Schäden durch Kosmetika wie Sonnencremes  (diese wirken SEHR zuerstörerisch auf Lackschichten und werden beispielsweise durch eingecremte Hände übertragen!) können von keiner Wachsschicht  verhindert . Solche Stoffe können selbst auf neuwertige Lacke  zerstörerisch wirken und sollten grundsätzlich nicht mit historischen Beschichtungen in Berührung kommen (s. auch mein Artikel über "Kollateralschäden - zum sicheren Umgang mit historischen Oberflächen"  ).